Im 11. Jahr auf Weltreise (Südamerika: Juli 1999 - Februar
2000)
Around the World in 4000 Days
| Südamerika (1999/2000) | ||||||||||||||
| Warum fuhren wir nach Südamerika? | |
| Nachdem wir von 1980 bis 1994 volle 7 Jahre lang alle anderen Kontinente
bereist hatten, wollten wir auch diesen Subkontinent kennenlernen.
Für 7 Monate nahmen wir uns die südlichen Andenländer Peru, Bolivien, Chile und Argentinien vor. Hier interessierten wir uns besonders für die Landschaften und die Tierwelt der Anden, in Peru auch für die Inka-Kultur. Natürlich erhofften wir uns auch gute Kontakte zu den Menschen, um mehr Verständnis für ihr Leben zu gewinnen. |
Wie immer fuhren wir mit einem gut
ausgestatteten Wohnmobil
- diesen VW-Bus hatten wir in Florida
gekauft. Damit können wir in der Natur leben und viele Dinge für
unser Reiseleben mitnehmen. Wir verschifften
von USA direkt nach Chile, eine gute Wahl. Unser Endziel "Neujahr in
Feuerland" gaben wir bald auf, da uns die Berichte über die Fahrt durch
Patagonien nicht begeistern konnten. So hatten wir mehr Zeit für die
schönen Landschaften in den nördlicheren Regionen. Zudem machten wir kuerzere Flugreisen zu den Wasserfaellen von Iguassu, zu den Galapagos Inseln und nach Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens. |
| Chile (Stand: Januar 2000) | |||||||||||||||||
| Einreise: | Das Einreise-Visum wird direkt an der Grenze in den Pass gestempelt
sowie ein Einreisezettel beigefügt. Für das Fahrzeug ist kein "Carnet de Passage" erforderlich. In den Nord-Regionen wird eine Aufenthaltsdauer von 180 Tagen gewährt, im Süden nur 90 Tage. Nur in San Pedro de Atacama wurde in den Einreisezettel eingetragen, dass wir mit einem Fahrzeug einreisten. |
Obst, Gemüse und sonstige Tierprodukte dürfen nicht nach Chile eingeführt werden, um keine Krankheiten einzuschleppen. Nur in San Pedro de Atacama wurde genau kontrolliert. |
| Währung: | Für 1 DM erhält man ca. 270 Pesos (je nach US$-Kurs).
Mit Visa-Karte bekommt man an ATM-Automaten Bargeld (max. 100.000 Pesos, mehrfach hintereinander möglich), in allen Städten vorhanden. |
Wer weiß es noch nicht? Wer ein Konto der Direktbank hat, erhält weltweit mit Visa-Karte ohne Gebühr Geld aus Automaten. |
| Preise: | Das Preise in Supermärkten liegen etwa 50% über deutschen Preisen (Aldi-Liedl-Niveau). Billiger sind dagegen Fleisch (5-9 DM pro kg), frischer Fisch, lokaler Käse, Brötchen (1 kg für 2 DM), Treibstoff, öffentliche Verkehrsmittel, Taxi. | Insgesamt kam uns das Preisniveau für Womo-Fahrer etwas höher als in Mitteleuropa vor. |
| Treibstoff: | Der Liter Super kostet 300 bis 336 Pesos, Diesel 180 Pesos (Santiago) bis 192 Pesos (Iquique) und 240 Pesos (Carretera Austral). Tiefland-Diesel kann im Gebirge (Tatio) gelieren, "Wynn Diesel Antifreeze" kostet 4300 Pesos. | Propan-Gas ist mit US-Adapter in jeder großen Stadt zu haben (ca. 1,50 DM/kg), mit deutschem Anschluß evtl. schwierig. |
| Internet: | Internet-Shops gibt es in jeder Stadt. Wo sie liegen, kann man meist im Touristenbüro erfahren. | Eine Stunde Surfen kostet 5 DM bis 16 DM. |
| Mietautos: | Sind sehr teuer. Am billigsten sind noch Pickups. Wohnmobile kosten weit über 200 DM/Tag, sie sind nur über 2 deutsche Agenturen/Besitzer zu buchen, von denen einer einen ganz miserablen Ruf hat (allerdings wirbt Herr Pehlemann in "Tours" für beide gleichermaßen). |
Unterwegs sahen wir mehrfach Toyota-Pickups mit Huckepack von LatinoCamper, die billigste Version ohne Allrad kostet ca. 150 DM pro Tag (ab 56 Tagen Miete). |
| Reiseführer: | Absolut zu empfehlen ist die Reihe "Guia turistica de Chile" von Turis Tel, 3 Bände auf spanisch: Norte, Centro und Sur (je ca. 5000 Pesos); hervorragende Straßenkarten (inkl. Lage kostenloser Camping-Plätze), Stadtpläne (inkl. Hotels), Routenbeschreibungen, aktuelle Preise, jedes Jahr neu - es gibt nichts Besseres, auch zum Spanischlernen gut geeignet. | Sehr bewährt hat sich auch das "South America Handbook",
das vielfach Campingplätze nennt. Es kommt jedes Jahr neu heraus. Laut anderen Globetrottern ist "Chile" von Lonely Planet nicht zu empfehlen. |
| Straßen: | Die Panamericana ist durchweg gut asphaltiert, sie beginnt am
"Kilometro Cero" in Punta Lapa auf Chiloe. Mehrfach ist eine Straßengebühr zu zahlen (von Santiago bis Osorno insgesamt 8400 Pesos = ca. 33 DM). Bei Tankstellen von Copec gibt es häufig "Banos" mit sauberen Duschen für 300 bis 500 Pesos. Neue Asphaltstraßen: von Arica nach La Paz und von San Pedro de Atacama zum Jama Pass (bis 4600 m) an der argentinischen Grenze. Die Carretera Austral ist z.T. schmal wie ein Waldweg, aber gut geschottert mit wenig Wellblechpiste. |
Entlang der Straßen gibt es so gut wie keine Parkbuchten,
und schon gar keine Wanderparkplätze, an einigen neuen Straßen
jedoch "Miradors". Die Straßenklassifizierung des "Guia" ist ziemlich korrekt; dünne schwarz/weiße Sträßchen sind schlechte, z.T. steile Feldwege. |
| Werkstätten: | Empfehlenswert ist in Santiago:
carplaut, Rengo 505, Fono
3641767. Herr Plaut spricht deutsch, ist Spezialist für VW und hat faire
Preise:
plautgarage@entelchile.net Wegen extrem schlechten Erfahrungen mit deutschen Globedrivern darf leider niemand mehr in seiner Werkstatt übernachten. |
Es gibt viele Werkstätten, aber nur wenige mit VW-Erfahrung und
entsprechenden Ersatzteilen. Nur bedingt empfehlen können wir in Iquique: Taller Mecanico, San Martin 840 (hohe Kosten, falsche Diagnose). |
| Camping: | Campingplätze sind teuer: 12 bis 84 DM pro Platz (bis zu
6 Pers.), meist um 24 DM. Sehr zu empfehlen ist der Turis Tel-Führer "Camping" (auf spanisch) mit besten Karten, guten Beschreibungen und Preisangaben, er beschreibt auch naturnahe, kostenlose Campingplätze, die leider häufig sehr vermüllt sind. |
"Wildes Campen" ist im Norden sehr leicht, sonst nicht ganz einfach, da alle Grundstücke eingezäunt sind. Doch mit etwas Mühe fanden wir fast immer einen schönen Platz in der Natur. |
Unsere schönsten Übernachtungsplätze
(rein subjektiv!) von Nord nach Süd:
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| National Parks: | Die schönsten Landschaften Chiles werden von Conaf in "Parque Nacional" geschützt. Sie verfügen oft über Campingplätze mit geringem Standard, aber saftigen Preisen: 16 bis 48 DM pro Platz. | In National Parks durften wir mehrmals kostenlos auf ausgewiesenen Parkplätzen stehen, da wir ja kein "Camping" machen. |
| Wandern: | Wir waren sehr überrascht, dass Wandern (1 bis 4 Stunden) nicht populär ist. So gibt es auch kaum Wanderwege. Viele Pfade sind Sackgassen, die vielen Zäune machen Spaziergänge nahezu unmöglich. Mehrtägiges Trekking mit voller Ausrüstung ist "in". | Wenn einmal Wanderpfade vorhanden sind (vor allem in Nationalparks), werden sie kaum gewartet. Es fehlen Wegzeichen und brauchbare Skizzen oder Karten. |
| Hotels: | Ein karges Hotelzimmer in der Stadt kostet ab 4000 Pesos pro
Doppel-Zimmer. Die Jugendherberge in Santiago kostet 12000 Pesos für 2 Personen. |
Eine hübsche Cabana auf dem Lande gibt es ab 15000 Pesos (evtl. 4 Betten), meist aber für 20000 bis 30000 Pesos. |
| Essen: | Chile ist nicht für eine gute Küche bekannt. Bekömmliches Essen ist recht preiswert zu haben. In Fast Food Restaurants gibt es Essen ab 500 Pesos ("Completo" = Hot Dog mit viel Mayonaise) bis 1300 Pesos (1/4 Hähnchen mit Pommes). |
Einfache Lokale servieren ein "Almuerzo" (Mittagsmenü, z.T.
inkl. Suppe und Dessert) ab 1300 Pesos. In besseren Restaurants kann es lohnen, die Rechnung zu überprüfen. |
| Einkaufen: | Lebensmittel gibt es in "Supermercados" - z.B. im Ekono u.ä. in
Städten, total dürftig in kleinen Läden im Süden. An der Carretera Austral kosten Reifen das Doppelte wie in der ZOFRI in Iquique. |
Ganz leckeres "Pan amasado" (handgemachte Brötchen) gibt es jeden Tag frisch, Schilder hängen an den Häusern. |
| Chilenen: | Nur selten kommen Chilenen freundlich auf uns zu. Wenn wir sie grüßen, grüßen sie zurück, ohne die Gelegenheit zu einem Gespräch zu nutzen. Wenn wir sie aber ansprechen oder um Hilfe bitten, sind sie äußerst hilfsbereit. | Junge Chilenen grüßen auch uns Ältere freundlich (das haben wir sonst nur in Neuseeland erlebt). |
| Attraktionen: | Sehr eindrucksvoll sind für uns die Vulkane und die Gletscher
sowie die Wüste im Norden. Unsere Lieblingsziele (von Nord nach Süd): + der Lago Chungara (auf 4600 m Höhe) mit dem Parinacota Vulkan im Hintergrund, + San Pedro de Atacama mit Sicht auf 12 Vulkane auf dem Anden-Kamm, gutes Museum, + das Valle de la Luna bei Vollmond; im Februar märchenhaft wie mit Schnee bepudert, + die kleine Kirche in Chiu Chiu bei Calama, + der Llaima Vulkan im Conguillio National Park, + der Vulkan Osorno aus allen Blickwinkeln mit tausenderlei schönem Vordergrund, + die einzigartigen Pinguin-Inseln bei Ancud (Chiloe) mit Magellan und Humboldt-Pinguinen, + der hängende Gletscher Ventisquero Colgante, von dem tagsüber Eistürme eine riesige Felswand herabdonnern, + der ins Meer kalbende San Rafael Gletscher, nur mit teurem Ausflugsschiff erreichbar. |
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| Bolivien (Stand: November 1999) | |||||||||||||||||||
| Einreise: | Das Einreise-Visum wird direkt an der Grenze in den Pass gestempelt (normalerweise 90 Tage, in Kasani nur 30 Tage). Das 30-Tage-Visum wird in La Paz beim Imigracion kostenlos verlängert, was allerdings 24 Std. dauert. | Für das Fahrzeug ist kein "Carnet de Passage" erforderlich. Das Permit wird an der Grenze beim Zoll kostenlos für 90 Tage ausgestellt. |
| Währung: | Für 1 DM bekommt man ca. 3,00 Bolivianos (Bolis).
Ein Schwarzmarkt existiert nicht. Dollars kann man problemlos in Banken kaufen. |
Bei ATM-Automaten von "Enlace" erhält man mit Visa-Karte Bargeld (max. 800 Bs.). |
| Treibstoff: | 1 Liter Super (bleifrei) kostet 2,73 Bs., Diesel 2,83 Bs. Tankstellen von YPF gibt es genügend in allen Städten, in Sucre nur eine einzige mit Diesel in der Nähe vom Bus-Terminal. |
Möglichst nur "Filtrado" Diesel tanken, haben wir außer in Uyuni überall gefunden. |
| Werkstätten: | Absolut erstklassig ist in La Paz die Werkstatt von
Ernesto Hug (geöffnet 8-12 und
14.30-18 Uhr): Volks Auto Motor, Calle Jaimes Freyre 2326, Tel. 415264, Cellular 012-24016 |
| Peru (Stand: September 1999) | |||||||||||||||||
| Einreise: | Das Einreise-Visum wird direkt an der Grenze in den Pass gestempelt. | Für das Fahrzeug ist kein "Carnet de Passage" erforderlich. Die Fahrzeugdaten werden an der Grenze beim Zoll in den Computer eingegeben (ca. 30 Min.). Eine Plakette wird an die Windschutzscheibe geklebt. |
| Argentinien (Stand: Januar 2000) | |||||||||||||||||
| Einreise: | Das Einreise-Visum wird direkt an der Grenze in den Pass gestempelt. | Für das Fahrzeug ist kein "Carnet de Passage" erforderlich. Die temporären Einfuhrpapiere werden an der Grenze beim Zoll ausgestellt. |
| Währung: | 1 Peso ($) = 1 US$ (fest gekoppelt) | Bei Bankautomaten erhält man mit Kreditkarte bis zu 700 Pesos oder auf Wunsch 700 US$ (!). |
| Treibstoff: | Überall ist bleifreies Benzin zu bekommen, ca. 1$/Liter. | Diesel kostet nur ca. 0,50$/Liter, südlich von Bariloche nur 0,34$/Liter. |
| Internet: | Internetzugang gibt es in den Hauptstädten der Provinzen für 4-5$/Stunde (z.T. min. 2,50$!). | Auch Jugendherbergen und sogar Campingplätze bieten Internetzugang. |
| Ecuador (Stand: März 2000) | |||||||||||||||||
| Einreise: | Problemlos wird am Flughafen der Einreisestempel verpasst. Der Flug von Guayaquil nach Baltra kostet ab 266 US$ (hin und zurück). | Die Gebühr für den Galapagos Nationalpark wird bei der Einreise in Baltra kassiert (100 US$ p.P.). |
| Währung: | Seit September 2000 ist der US-Dollar die offizielle und einzige Landeswährung. | Er wurde zum Kurs von 1 US$ = 25000 Sucres eingeführt. |
| Treibstoff: | Super (bleifrei): 20000 Sucres/Liter, Normal: 12000 Sucres/Liter, Diesel: 8500 Sucres/Liter | Tankstellen gibt es ausreichend. |
| Internet: | In der Jugendherberge Ecuahogar von Guayaquil von 19 bis 22 Uhr für 30000 Sucres/Stunde. | In Puerto Ayora hat das dritte Internet Cafe eröffnet: 5 US$/Stunde. Die Leitungen sind langsam, aber akzeptabel. |
| Information: | http://www.carilat.de Deutsche Homepage zu Lateinamerika |
| Südamerika (1999/2000) | |||||||||||||
| Ein paar Gedanken... | Bei den Reisen durch die suedlichen Laender Suedamerikas hatten
wir das Gefuehl, dass diese Laender auf einem Pulverfass sitzen. Die sozialen
und wirtschaftlichen Probleme erschienen uns so gigantisch, dass wir glaubten,
jeden Moment koenne es zu einem Volksaufstand kommen. Immer wieder fragten
wir uns, warum das Volk sich so lange mit seiner miserablen Lage abfand ohne
auf die Barrikaden zu gehen. Wann wird in Peru der Aufstand gegen das korrupte und diktatorische Regime von Alberto Fujimori losbrechen? Wie lange laesst sich das Volk von Argentinien noch die Auspluenderung durch eine inkompetente Politikerkaste gefallen? Wie lange nimmt der verarmte Mittelstand sein unverschuldetes Los fast klaglos hin? Es ist uns unbegreiflich, wieviel Leidensfaehigkeit die Menschen Suedamerikas aufbringen. |
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